28 August 2007

Fast verliebt

Ertappte mich noch heute morgen auf dem Weg zur Arbeit dabei, dass ich versonnen lächelte. Was mich instinktiv an den Zustand denken ließ, der so etwas meistens hervor ruft. Bin ich verliebt ?

Ich muss hier wirklich zugeben, dass ich die Band Rilo Kiley bisher...nicht für voll genommen habe. Werch ein Illtum, um mit Ernst Jandl zu sprechen. Vielleicht lag es daran, dass die Alben, die ich bisher gehört hatte, hinter den live-Qualitäten der Band zurückstehen. Vielleicht ist aber auch manchmal die Zeit noch nicht reif.

Welch ein Glück, dass ich mich am Montagabend doch noch aufgerafft hatte, ins Lido zu fahren. Vielleicht der sehr faire Eintrittspreis, vielleicht das neue Album, dass doch nach ein-zweimaligem Hören neugierig machte.
  • Einziger Kopfkratzer: Am Einlass missmutiger Blick auf meinen Fotorucksack. "Hm, dass sieht ja schon professionell aus.Ich erlaube mal die ersten drei Songs ohne Blitz" Jungs, habt ihr mal gecheckt, wieviel Foto/Video Handys den Musikern heute auf 2-3 Meter entgegen gereckt werden ? Da werde ich aus mittlerer Entfernung nun wirklich nicht nerven können. Die Vor-Band (etwas sehr ruhig) hatte ich verpasst, nun ja. Soundcheck wieder einmal runde dreißig erratische Minuten, in denen ein junger Mann mit Hornbrille immer wieder von Verstärker zu Instrument, zu Mikrofon usw. ging, Gitarren mehrfach stimmte... Okay, hör ja schon auf, immerhin war es der Bruder des Gitarristen, wie dieser nachher ansagte.
Wollte doch über die Musi schwärmen. Kurz gesagt: ich habe lange kein Konzert mehr so aus einem Guss gesehen und gehört. Was für ein schöner Abend. Ich kam wegen Foto-Absichten am rechten Bühnenrand zu stehen, wo es dann auch ordentlich akustischen (vor allem Bass-) Rumms gab. Fein - da ich dies Jahr schon einzwei Konzerte sah, wo ich mich mehrmals fragte, ob denn auch ein Bassist mitspielt.

Ich verzettele mich: Feine, clevere, abwechslungsreiche Songs. Ein tightes Zusammenspiel der Band, muntere Ansagen zwischendurch. Vielleicht lag's auch daran, dass mich Sängerin Jenny Lewis angenehm an Mia Kirshner aus "L Word" erinnert, vielleicht an ihrem sehenswerten outfit - an ihrem glockenklaren, treffsicheren und hingebungsvollen Gesang bestimmt. Schon innerhalb der ersten drei Songs war ich bekehrt und den Rest des Abends ein ums andere mal erstaunt. Kann den quasi Kultstatus, den sie seit Jahren haben, endlich verstehen.

Und so kam es wohl, dass ich selbst auf dem Heimweg gar nicht fassen konnte, was mir da zuteil geworden war, ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert war, dass selbst heut morgen noch da war.
die restlichen Fotos hier