30 Dezember 2007

Jahreslisten

Lese so etwas zugegebenerweise gerne. Ihr vielleicht auch. Etwas länger geworden. Daher die andere Liste morgen.

Konzerte des Jahres: (ohne Auswahl, einfach alle -bzw. alle an die ich mich erinnere in ungefährer Chronologie)
  • Finkenauer - Jungstar (hoffentlich verdienter weise bald), deutscher. Mir bis zum Konzert völlig unbekannt, was für ein guter Entschluss spontan in den Grünen Salon gegangen zu sein.
  • Badly drawn boy - Erstaunlich lustlos. Schien jedenfalls so. Musikalisch durchaus ok, wenn auch ebenso höhepunktarm wie die aktuelle CD. Doch mit so einem Gesicht, so einer Attitüde sollte man lieber nicht live auftreten.
  • Long Blondes - Stadtgespräch. Nachdem die Sängerin beim Singen im Radio Interview durch ihren hohen Sopran den Verkehrsfunk ausgelöst hatte war ich noch neugieriger und sah mir deren zweites Konzert dies Jahr im Lido an. (S.o. :) Jede Note von Kate Jacksons strahlte, pure Lust am Livespielen.
  • Heinz Rudolf Kunze - Als Veteran seiner Konzerte war dies mein persönlicher Tiefpunkt. Vertane Zeit. Ich schiebe das vor allem auf den unterirdischen Sound (es fehlten -jedenfalls an meinem Standort- jegliche Bässe). Was für ein Rockkonzert (oder eins das es sein wollte) ein sudden death ist. Dass die neue CD nicht der Weisheit letzter Schluss ist und das Tempodrom bestuhlt war (!) half auch nicht gerade.
  • My brightest diamond - Die Arme. Ungefähr 50 Personen verloren sich im Lido. Dem trotzend legte sie mit ihrer Band einen schlichtweg sehr soliden Gig hin, der mir die manchmal spröde wirkenden Songs noch näher gebracht hat als auf CD. Gerade vor solcher Kulisse eine solche performance: eine Große.
  • Zucchero - Für die einen Italo-Pop, für die anderen ein Halbgott. Letztere vor allem in der italienischen Gemeinde die lautstark im Publikum waren. Ich -auch in der Hinsicht- mittendrin. Man muss sich schon Mühe geben, ihn nicht zu mögen. Tüchtige, dynamische Liveband. Die ganze Emotion. Hatte ein paar Mal feuchte Augen, geb's zu. Vollbedienung. "Cosi celeeeeste..."
  • Rilo Kiley - Als ich aus dem Konzert kam hatte ich ein Gefühl im Bauch als sei ich verliebt. Was mich sehr verwirrte. Denn obwohl Jenny Lewis total schnuckelig aussah, bin ich ja keine 16 mehr. Von der allerersten Note an bis zur letzten Zugabe: Feiste songs, druckvoll gespielt, massiv starker Gesang, klasse Sound. (Vornehmlich wohl, weil ich neben der Bassbox stand und mir das holte was ich bei ein zwei anderen Konzerten dieses Jahr vermisste: Bässe !)
  • Dietrich Koch Big Band - Für lächerliche handvoll Euros (ok, ca. 3 Hände) 20 hochmotivierter und hochversierte Musiker im Schlot-Keller; peitsche mich immer noch, die CD nicht dort gekauft zu haben. Wann spielen die wieder ???
  • Harry Connick jr. - Die teuerste Konzertkarte des Jahres, einige Zeit gezögert. Dann überlegt, dass er nur alle Jubeljahre nach Europa kommt und schließlich eine (wenn auch kleine) Big Band mitbringt. Umwerfend cool, wenn das Wort nicht so abgedroschen wäre. Nicht zu vergessen die 10min lang erklatschte (und gegebene !) zweite Zugabe.
  • Holly Cole - Auch ein eher seltenes Vergnügen. Feine Songs, makelloser, delikater Gesang, stellar versierte Jazz-Band.
  • Rufus Wainwright - Gleich zweimal. Zu recht. Das erste mal glich einem langen Flirt mit einer (einem) alten Bekannten. (OK, seltsame Metapher) Vorfreude und Genuss, Vorfreude während Genuss ...wie gut es wohl werden würde. Und es wurde gut. Es wurde sehr gut. Das zweite Mal acht Wochen später war fast zu viel. Aber eben nur fast. Und diesmal sogar in der ersten Reihe Mitte. Für nichts in der Welt eingetauscht, dass er bei der unplugged vorgetragenen irischen Volksweise Macushla genau vor mir stand. Der andere, der mir live die Augen einige Male feucht werden ließ.