24 Juni 2006

fète

Vor rund 20 Jahren, so will es die Legende kam dem damaligen französischen Kultusminister zu Ohren, dass es in belle france rund eine Million privater Musik Instrumente geben soll. Warum hörte man dann sowenig von privat gemachter Musik?

Raus mit den Leuten, auf die Straßen, Spaß haben, sich an ungewöhnlichen Orten treffen, Musik machen und genießen... das war quasi die Parole der ersten fète de la musique.

Rund 20 Jahre später ist diese non-profit Idee um die Welt gegangen. Wird alljährlich die Féte de la musique zur Sommersonnenwende gefeiert, natürlich auch in Berlin.

Letztes Jahr bekam ich- grad hierher gezogen- zu spät Wind davon. Dies Jahr wollte ich mehr sehen …hier ein kurzer, konfuser Überblick über meine Erlebnisse –
Die natürlich von der Unmöglichkeit geprägt sind, alles zu sehen, sich immer am falschen Ort zu wähnen.

Start am Zionskirchplatz. Schon vor Wochen zwei junge Handwerker in der S-Bahn davon schwärmen gehört. Reggae, Ska, Rocksteady noch und nöcher. Das alles in strahlendem Sonnenschein. Die "Ruffians" machen ihre Sache mehr als gut, hunderte junge und jüngster Zuhöre hüpfen trotz der tropischen Hitze mit. Feine Sache das, auch wenn diese Mucke nie ganz meine werden wird. (Nur die Busters mit ihren messerscharfen Bläsern und dem energetischen Sänger können mich mal wieder reizen...wann sind die mal wieder in der Gegend?)

Zum Pfefferberg, wo gerade „Aufwind“ ihren Set beginnen. Launige Klezmermusik scheint gut in diese waldige, doch noch erst halb besetzte Location zu passen. Doch nicht ganz zu meiner derzeitigen Stimmung. Erst recht nachdem eine Trulla mir laut „AUAA“ ins Ohr brüllt, nachdem sie es geschafft hat ihren besandalten Fuß direkt hinter meinem zu parken.


Hm. Den langen Weg zum Oststrand ? Sand, Spreenähe und Bandliste geben den Ausschlag. Und siehe da: "Zazou" aus Weißensee bringen vor noch spärlich besetztem Strand feine, soulige Popmusik. Junge Truppe, schöner dreistimmiger Bläsersatz, gute Arrangements, nette Sängerin. Gern in den Sand gesetzt. Ich-mich, nicht die Band ;-)


Tja, doch noch mal woanders checken ? nichts verpassen, nichts verpassen…
Im Volkspark Friedrichshain spielen Bands vom Orwohaus, einem Verein, der Probenräume in einem verlassenen Industriegebäude ausgebaut hat.


Die "Kitchen Funk Unit" ist mit Herz dabei, auch wenn das nicht ganz der angekündigte "70s groove soul" ist. Der Hang im Volkspark ist spärlich besetzt, das Areal ist aber auch ein wenig weitläufig...

Jaja, zurück zum Oststrand. Wofür ist denn so gutes Wetter und ich per Rad unterwegs. Hier spielen mittlerweile "Masaladosa" …französcher Indian Electro Dub. Jau. Das weiß zu gefallen. Erinnert an Transglobal Underground, Asian Dub Foundation und anderes...

Weiß gar nicht was Oscar, Martinis mexikanischer Kumpel, hatte, der als ich kam grad dankend das Weite suchte. Den letzten Sonnenschein des Tages und ein neues Sol im Sand.

Apropos Weltmusik: Einige Zeit später zurück im Pfeffergarten muss ich leider festzustellen, dass Samir Essahbi gerade dabei sind ihr Konzert zu beenden. Schade, auch das schien interessant gewesen zu sein. Doch, siehe oben. Man kann nicht überall sein.

Da der offizielle, open air Teil damit allerorten beendet scheint ist noch ein wenig WM schauen im Prater Garten angesagt.
Und dann kommt es doch noch, das kleine Wunder.


Die Oderberger Str. runter…was ist DAS?

Auf der Ecke Kastanienallee/Oderberger steht ein Miet-Pritschenwagen. Von dort dröhnt laute Rockmusik. Und es groooovt !
Guerillas am Werk ? Im Falt-Plan war der Robben &Wientjes LKW jedenfalls nicht aufgeführt.

"Sweet machine" heißen die, finde ich später raus.
Bassist, Drummer und Gitarristin sind zusammen wohl kaum über 64 (nachträglichen Glückwunsch zum Geburtstag, Herr McCartney) und ich weiß nicht wen von ihnen ich am meisten für seine Spielfreude und für die tighten grooves und breaks bewundern soll. Kein Blatt passt zwischen sie. Viel Energie !

Um ein Blues Brothers Zitat zu bemühen, ein sound der Ziegenpisse in Benzin verwandelt.

Haben sich mal eben so am Straßenrand ein Publikum von rund 50 Leuten erspielt. Und spielen übrigens am 07.07. im Wild at heart.